Vom EINMANNBETRIEB zum bedeutenden BUSUNTERNEHMEN

Der Firmengründer ANTON MORENT wurde 1924 in Eglofs geboren und wuchs dort mit zwei Brüdern und einer Schwester auf einem kleinen abgelegenen Bauernhof unter ärmlichen Verhältnissen auf. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war er gerade 15 Jahre alt und hatte nur ein Ziel, so bald als möglich fort von zuhause, egal wohin.

 

So meldete er sich mit 16 Jahren freiwillig zur Luftwaffe, absolvierte mehrere Tauglichkeitsprüfungen und wurde mit 17 Jahren eingezogen. Er wollte dann nichts wie fliegen und war erstaunt, dass jeder Flugschüler die Busführerscheinklassen machen musste. Nachdem er diese abgelegt hatte, war er als Fallschirmjäger im Einsatz. Hier war er zunächst im Kaukasus und dann in der Normandie, wo er schwer verwundet wurde und in amerikanische Gefangenschaftkam. Aufgrund seiner Verletzung wurde er bereits im Juli 1945 von den Amerikanern entlassen. Seine Heimat im württembergischen Allgäu lag in der französischen Zone, er durfte sich aber nur in der amerikanischen Zone aufhalten.

So kam er nach KEMPTEN in die amerikanische Zone und dann kam für ihn die Frage: "was bist du, was hast du, was kannst du?". Er hatte nichts und konnte nicht viel und so besann er sich der Führerscheine, die er vor der Fliegerausbildung gemacht hatte. Vom Landratsamt Kempten bekam er durch verschiedene Gespräche die Zusicherung, wenn er einen tauglichen Bus hat, er auch eine Linienkonzession bekommt.

In Missen fand er ein Buswrack, das er zusammen mit einem befreundeten Mechaniker mit einer Holzvergasereinrichtung versah und fahrtauglich herrichtete. Dann bekam er die Liniengenehmigung für die Strecken Kempten-Buchenberg-Weitnau und Kempten-Kürnach-Kreuztal.

 

Auf der Linie nach Weitnau fiel ihm mehrmals eine hübsche Internatschülerin auf, die immer von Buchenberg nach Kempten und zurück fuhr. Sie kamen alsbald mehr in Kontakt und er besuchte sie einmal in ihrer Heimat Oberjoch. Nachdem sie sich immer näher kamen, verkaufte er seine Konzessionen in Kempten an die Firma Pfahler und zog nach Oberjoch.

Dort beantragte er 1948die Linienkonzession Oberjoch-Sonthofen-Oberstdorf, die er auch bekam und der Einstieg ins Oberallgäu war geschafft. Auch die Namensfindung "KOMM MIT" gestaltete sich sehr einfach, diese Idee hatte der damals schon deutschlandweit tätige und in Oberjoch wohnende Grafiker Ottfried Senger.

Die Post bzw. Kraftpost, wie die Postverkehre hießen, die ebenfalls auf der Linie Oberjoch-Sonthofen-Oberstdorf tätig war, versuchte zwar jahrelang mit allen Mitteln, den "KOMM MIT" wieder loszuwerden, doch es gelang ihr trotz größter Anstrengungen nicht. Im Gegenteil, die Linie entwickelte sich immer besser und so wurde auch der Fuhrpark von anfänglich einem 30-Sitzer Magirus durch zwei Büssing-Unterflurbusse ersetzt.

Zu Spitzenzeiten am Vormittag nach Oberjoch und am Nachmittag wieder zurück wurde an diese beiden Busse jeweils ein Personenanhänger angekoppelt und mit diesem 22 m langen "Zug" konnte man auf einmal 140 Personen nach Oberjoch transportieren.

 

Anton Morent war schon immer ideenreich und erfinderisch. So kam er Anfang der 1950er Jahre auf die Idee, da das Giebelhaus im Hintersteiner Tal im Winter nicht angefahren werden konnte, ein günstiges Raupenfahrzeug aus Kriegszeiten zu erwerben, das sog. "Wiesel". Denn eine der beliebtesten Skitouren war vom Nebelhorn zum Giebelhaus. So brachte er massenweise Skifahrer mit der Linie nach Oberstdorf und ab dem Giebelhaus wurden in den folgenden Jahren tausende von Skifahrern auf angehängten großen Schlitten und am Schleppseil wieder bis nach Hinterstein gezogen, wo sie dann wieder in den Linienbus einsteigen konnten.

 

Nachdem es der Kraftpost nicht gelang, die Firma "KOMM MIT" auszuschalten, kam es 1953 zur gegenseitigen Anerkennung der Fahrscheine und 1960 zum Durchbruch: Es wurde der Gemeinschaftsverkehr POST - "KOMM MIT" ins Leben gerufen.

Der Gemeinschaftsverkehr POST - "KOMM MIT", der in Deutschland einmalig war und ist, in welchem ein privates Unternehmen gleichberechtigter Partner mit einem staatlichen Unternehmen ist, existiert heute noch in derselben Form und unter gleichem Vertrag, nur, dass im Jahr 1980 die Kraftpost durch den Regionalverkehr Allgäu (RVA) ersetzt wurde. Seitdem umfasst dieser Gemeinschaftsverkehr fast alle Linien im südlichen Oberallgäu und dem Kleinwalsertal.

Die Firma "KOMM MIT" hat sich aber nie nur auf den ÖPNV und den Werksverkehr beschränkt. Bereits 1951 konnte Anton Morent zusammen mit Hans Fink die ersten Tagesausflüge ab Hindelang ausschreiben und schon 1953 war die Premiere der 3-Tages-Fahrt nach Venedig, die jahrzehntelang von Mai bis September zum wöchentlichen Programm gehörte. Bis Ende der 70er Jahre wurden neben einem umfangreichen Tagesprogramm auch jedes Jahr einige Mehrtagesfahrten ausgeschrieben.

Anfang der 80er Jahre machte es sich Herbert Morent zum Ziel, das Reiseangebot deutlich auszubauen und zu verbessern. Zunächst geschah dies durch Kooperationen mit verschiedenen Reiseunternehmen, von denen die Firma "KOMM MIT" viel lernen konnte.

Ab Anfang der 80er Jahre wurde die Reiseabteilung aufgebaut und "KOMM MIT" stellte sich auf die eigenen Beine. 1988 wurde ein regional noch bis heute gültiges Alleinstellungsmerkmal geschaffen - es kamen erstmals Bistrobusse mit Bordhostess zum Einsatz. Noch heute werden alle Reisen - ob mit dem Bistrobus oder im einstöckigen Reisebus - von freundlichen Hostessen begleitet.

1987 wechselte Dieter Metz, der schon einige Jahre vorher bei "KOMM MIT" die großen Reisen durchführte, vom Fahrerplatz auf den Bürostuhl und übernahm die Leitung der Touristik. Er hat das Reiseprogramm in den 30 Jahren sukzessive ausgebaut und großen Anteil daran, dass "KOMM MIT" heute zu den bedeutendsten Bus-Reiseunternehmen im süddeutschen Raum gehört. Ab 2017 übernahm Herr Matthias Lampe die Position von Dieter Metz. Er war zuvor bei verschiedenen Busunternehmen tätig, brachte neue Ideen mit ein und hat vor allen Dingen im Bereich der Flusskreuzfahrten erfolgreich ein neues Standbein entwickelt.

Mit 90 Betriebsfahrzeugen gehört "KOMM MIT" heute zu den regional größten Busunternehmen. Schon seit vielen Jahren treffen Herbert Morent und Christian Enz als stellvertretender Geschäftsführer alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam. Somit ist auch die Zukunft von "KOMM MIT" gesichert.